WILHELM MENZE
1953 | Düsseldorf, Deutschland
FOTOGRAFIE:
Anfang 1963
KURZVITA:
Ich kam 2015 aus Deutschland auf die Kanareninsel Teneriffa – mit einem fotografischen Hintergrund in der Produktfotografie. Auf der Insel begann für mich ein neues Kapitel: Ich näherte mich Teneriffa zunächst über die Dokumentar- und Reisefotografie und lernte so, Landschaft und Licht dieser vulkanischen Insel wirklich zu lesen. Aus dieser Auseinandersetzung heraus entwickelte sich mit den Jahren mein heutiger Fine-Art-Fokus: Landschaftsfotografie mit Langzeitbelichtung und Intentional Camera Movement.
Mich interessiert nicht das Abbilden, sondern das Ausdrücken. Teneriffa ist eine Insel voller Widersprüche, und genau diese Widersprüche suche ich in meiner Arbeit. Unter der touristischen Oberfläche pulsiert ein Vulkan – überall bricht schroffe, schwarze Lava durch die Landschaft. Diese Härte und diesen Kontrast fange ich in meinen Schwarz-Weiß-Bildern ein: kompromisslos, kantig, roh.
Dem stelle ich meine Küstenlandschaften gegenüber. Der Atlantik, der die Insel umschließt, strahlt eine Weite und Ruhe aus, die ich durch Langzeitbelichtung sichtbar mache – die Wellen glätten sich zu Nebel und Licht, die Bilder wirken fast impressionistisch, meditativ, zum Verweilen einladend. So entsteht in meiner Arbeit ein bewusstes Yin und Yang: das raue, 4000 Meter hohe Vulkanmassiv und die 300 Meter hohen Steilklippen auf der einen Seite, die weiche, zeitlose Stille des Ozeans auf der anderen. Wer meine Bilder sammelt, erwirbt nicht nur ein Motiv dieser Insel, sondern zwei gegensätzliche emotionale Zustände, die sich gegenseitig brauchen – so wie ich sie hier, mitten im Atlantik, jeden Tag erlebe.